Hygieneleitfaden im Tauchsport

4. Ausgabe 2021 Stand 30. April 2021

Herausgeber:

Peter ‚Pit‘ Clausen und Friedrich Alexander ‚Alex‘ Gaul PC-Diving – International Diving Projects, Bremen

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Vorwort

Der aktuelle Hygieneleitfaden wird ausschließlich in digitaler Form veröffentlicht und bei Bedarf angepasst. Derzeitiger Redaktionsstand: 30. April 2021.

Die aktuelle Version wurde von Peter Clausen und Friedrich Alexander Gaul von PC-Diving – International Diving Projects – erarbeitet.

Es ist das Ziel, diesen Hygieneplan einer Vielzahl von Tauchverbänden, deren Tauchbasen und unabhängigen Tauchvereinen sowie Hilfsorganisationen zugänglich zu machen und dort zur Anwendung zu bringen. Vereine, Tauchbasen und Hilfsorganisationen dürfen den Hygieneleitfaden zum Gebrauch in den eigenen Räumen ausdrucken. Tauchverbände dürfen den unveränderten Hygieneleitfaden auf deren Internetseiten einstellen und an ihre Mitglieder weitergeben. Sowohl Aushang als auch kostenlose Weitergabe des unveränderten Hygieneplans setzt voraus, dass die Herausgeber ausdrücklich genannt werden.

Zitierfähig unter:
Peter Clausen und Friedrich Alexander Gaul (Herausgeber) Hygieneleitfaden im Tauchsport, 4. Ausgabe 2021

01 – Einführung

Die Herausgeber, Peter Clausen und Friedrich Alexander Gaul von PC Diving – International Diving Projects, geben Empfehlungen für die praktische Durchführung von Hygienemaßnahmen im Tauchsport – aktuell in der zweiten Ausgabe.

Verantwortlich für die Hygiene ist der Inhaber einer Tauchbasis, der Vorstand eines Tauchvereins bzw. die Geschäftsleitung einer Hilfsorganisation, auch wenn die einzelnen Hygienemaßnahmen an Mitarbeiter delegiert werden können.

Die Verantwortlichen sind angehalten, ihr Hygieneregime regelmäßig zu überprüfen und ggf. dem aktuellen Stand der Wissenschaft und den gültigen Regelwerken anzupassen.

Die lückenlose Umsetzung aller empfohlenen Hygienemaßnahmen ist mit erheblichen Kosten verbunden. Durch die Verantwortlichen der jeweiligen Institution sollte angestrebt werden, durch Systematisierung und Rationalisierung von Arbeitsabläufen bzw. Verfahrenstechniken sowie durch Standardisierung von Arbeitsschritten und durch Weglassen unnötiger Maßnahmen (z. B. doppelter Desinfektion der Atemregler) die zeitliche Beanspruchung der Mitarbeiter und die Menge der verwendeten Arbeitsmittel zu reduzieren, damit der Schutz vor beispielsweise Infektionen zwar gewährleistet ist, die Kosten aber in einem akzeptablen Rahmen bleiben.

02 – Rahmenbedingungen der Infektionsprävention

Der Verantwortliche ist für die Sicherheit der Tauchschüler und den Gesundheitsschutz der Mitarbeiter gleichermaßen verantwortlich. Gemäß Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) muss er die für seine Mitarbeiter mit ihrer Tätigkeit verbundenen Gesundheitsgefährdungen ermitteln und entsprechende Schutzmaßnahmen festlegen.

Für bestimmte Lebenssituationen gelten Beschäftigungseinschränkungen oder sogar -verbote, wenn Beschäftigte Gesundheits- oder erhöhten Unfallgefahren ausgesetzt sein können (Mutterschutzgesetz – MuSchG, Jugendarbeitsschutzgesetz – JArbSchG).

Arbeitsverfahren und technische Schutzmaßnahmen sind grundsätzlich so zu gestalten, dass die Arbeitsstoffe zur Desinfektion keine Gefahr für die anwendenden Personen darstellen. Der Verantwortliche verpflichtet sich, in einem Hygieneplan und in internen Arbeitsanweisungen für die einzelnen Arbeitsbereiche und Tätigkeiten Verhaltensregeln und Maßnahmen zur Reinigung und Desinfektion, zur Entsorgung und zum Tragen von Schutzausrüstung festzulegen.

Falls erforderlich ist es möglich, den Hygieneplan mit weiteren Empfehlungen, Verordnungen und Anweisungen zu kombinieren. Der anliegende Standardhygieneplan muss auf die individuellen Gegebenheiten der Tauchbasis, der Vereins- bzw. Betriebsräume übertragen und in einen dann spezifischen Hygieneplan umgesetzt werden. Der Hygieneplan ist außerdem bei Bedarf zu aktualisieren.

Der Verantwortliche muss den Beschäftigten bei Ihrer Einstellung, bei Veränderungen in ihrem Aufgabengebiet und auch bei Einführung neuer Arbeitsverfahren anhand des Hygieneplans geeignete Anweisungen und Erläuterungen erteilen. Unterweisungen sind in regelmäßigen Abständen (in der Regel jährlich) oder bei Veränderungen zu wiederholen und auch zu dokumentieren (Inhalt, Zeitpunkt, unterwiesene Personen).

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03 – Grundregeln der Desinfektion und Eigenhygiene

Durch die gemeinschaftliche Nutzung der erforderlichen Ausrüstung beim Tauchen besteht immer eine Gefahr einer Infektion mit bekannten und unbekannten Erregern und muss daher durch gezielte vorbeugende Maßnahmen schon vor ihrem Auftreten vermindert oder ganz ausgeschaltet werden.

Die dafür erforderliche Desinfektion erfolgt im Rahmen der abschließenden Pflege und Verwahrung innerhalb der Räume der Tauchbasis, des Tauchvereins oder der Hilfsorganisation durch die jeweiligen Mitarbeiter und stellt den höchstmöglichen Schutz vor Infektionen dar, der seitens der Eigentümer der jeweiligen Ausrüstungsgegenstände gewährleistet werden kann.

Die Grundregeln der Desinfektion umfassen insbesondere

  • Berührungs- und Greifdisziplin vor, während und nach der Desinfektion
  • Verwenden von Barrieren wie Schutzkleidung, Handschuhen, ggf. Mund-Nasen-Schutzund / oder einer Schutzbrille sowie
  • das umweltbewußte Entsorgen durch geeignete Abfall- und Entsorgungsbehältnisse,falls erforderlichDa die Desinfektion der Ausrüstung durch die Mitarbeiter der Tauchbasis, des Tauchvereins oder der Hilfsorganisation regelmäßig erfolgt, sind die Hände besonders zu schützen. Dies gilt für den gesamten Prozess der Desinfektion, weshalb Handschuhe wegen ihrer grundlegenden Schutzfunktion besonders empfohlen werden. Gerade bei der Desinfektion mehrerer Ausrüstungsgegenstände nacheinander ist es sicherer, mit den Reinigungsmitteln nicht direkt in Kontakt zu kommen, um so einer Reizung der eigenen Hände vorzubeugen. Dennoch ist zu beachten, dass die Hände vor und nach der Tätigkeit der Desinfektion gründlich gereinigt und selbst desinfiziert werden.Für das vor- bzw. nachbereitende Waschen der Hände sollte nach Möglichkeit ein entsprechendes Handwaschbecken bzw. eine entsprechende Alternative vorhanden sein, zur Reinigung und anschließenden Desinfektion entsprechende Spender für Flüssigseife und Desinfektionsmittel, die im Idealfall ohne Handberührung bedienbar sind.Durchführung:I. Desinfizieren der sauberen und trockenen Hände nach dem Waschen. Besondere Sorgfalt an Fingerkuppen, Handballen und Nagelfalzen. Zeit der Einwirkung nach Herstellerangaben einhalten.II. Anziehen steriler Handschuhe auf trockene Hände.
    III.Nach Abschluss der Desinfektion der Ausrüstungsgegenstände: Ablegen derHandschuhe und hygienische Händedesinfektion.Für die eigene Händedesinfektion sollen Präparate mit kurzer Einwirkzeit (z. B. alkoholische Präparate) bevorzugt werden, die einen Nachweis der Wirksamkeit mit VAH-Zertifizieriung zur Händedesinfektion aufweisen.Eine regelmäßige Händepflege ist wichtig, daher sollten die Handschuhe nur direkt aus der Lieferverpackung entnommen werden. Handschuhe werden vor Beginn der Tätigkeit, Hautpflegemittel in der Regel am Ende des Arbeitstages angewendet. Es ist daher sinnvoll, bereits zu Beginn des Arbeitstages sicherzustellen, dass von beidem ausreichend vorhanden ist.Bei Hauptproblemen ist gegebenenfalls eine medizinische Konsultation einzuholen.

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04 – Risikobewertung

Eine Infektion erfolgt im Regelfall durch direkten und unmittelbaren Kontakt der Erreger mit Haut, oder Schleimhaut und kann durch einzelne Ausrüstungsteile erfolgen. Die Tauchausrüstung, die in einer Tauchbasis, einem Tauchverein oder innerhalb einer Hilfsorganisation von verschiedenen Personen genutzt wird, ist somit unterschiedlich hohen Risiken ausgesetzt.

Geringes Risiko:

Das jeweilige Teil der Ausrüstung hat während der Verwendung keine direkte Berührung mit der Haut des Nutzers. Nach der Verwendung reicht es, diesen Teil der Ausrüstung in klarem Wasser abzuspülen und zum Trocknen aufzuhängen.

Mittleres Risiko:

Das jeweilige Teil der Ausrüstung hat während der Verwendung direkten Kontakt zur Haut des Nutzers. Nach der Verwendung reicht es nicht, diesen Teil der Ausrüstung in klarem Wasser abzuspülen und zum Trocknen aufzuhängen, sondern hier muss auch desinfiziert werden.

Hohes Risiko:

Das jeweilige Teil der Ausrüstung hat während der Verwendung direkten Kontakt zur Schleimhaut des Nutzers. Nach der Verwendung erfolgt das Ausspülen in klarem Wasser und zusätzlich muss eine nachhaltige Desinfektion vorgenommen werden, bevor es zum Trocknen aufgegangen werden kann.

05 – Ausrüstung

a) Atemregler

Das Herzstück der Ausrüstung, welches die Versorgung mit Luft unter Wasser gewährleistet unterliegt infolge seiner Anwendung im Mund mit direktem Kontakt zur Schleimhaut einem hohen Risiko. Darüber hinaus muss speziell bei diesem Teil der Ausrüstung bei der Desinfektion darauf geachtet werden, dass Mittel verwendet werden, die weder eine schädigende Wirkung auf die Materialien noch bei der anschließenden Wiederverwendung eine schädigende Wirkung auf die Schleimhaut haben. Jedes Atemreglersystem im Verleih sollte zudem mindestens 24 Stunden ohne Nutzung sein, so dass die Desinfektion optimal einwirken kann.

b) Blei

Die Bleistücke, frei oder befestigt, haben im Regelfall keinen direkten Kontakt mit der Haut des Tauchers und unterliegen somit einem geringen Risiko. Es reicht daher aus, das Blei in klarem Wasser kurz abzuspülen und dann zum Trocknen zu legen bzw. aufzuhängen.

c) Flaschen

Die Flaschen haben im Regelfall keinen direkten Kontakt mit der Haut des Tauchers und unterliegen somit einem geringen Risiko. Es reicht daher aus, die Flaschen abtropfen zu lassen und dann in den Kompressorraum zu stellen. Zudem besteht durch den Vorgang des Verdichtens in Verbindung mit den dabei entstehenden hohen Temperaturen nur ein geringes Risiko hinsichtlich einer Infektionsgefahr.

d) Flossen

Die Flossen müssen unterschieden werden zwischen Geräteflossen und Schwimmbad- oder Apnoeflossen. Während die Geräteflossen aufgrund der erforderlichen zusätzlichen Nutzung von Füßlingen keinen direkten Kontakt mit der Haut des Tauchers haben, sind die Schwimmbad- oder Apnoeflossen im Regelfall im direkten Kontakt mit den nackten Füßen und unterliegen somit einem mittleren Risiko. Nach der Nutzung muss hier also darauf geachtet werden, dass zusätzlich zum Spülen im klaren Wasser hier der Fußinnenbereich entsprechend desinfiziert wird.

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e) Computer

Tauchcomputer haben im Regelfall keinen direkten Kontakt mit der Haut des Tauchers und unterliegen somit einem geringen Risiko. Es reicht daher aus, die Computer abtropfen zu lassen.

f) Kompasse

Jedes Kompass-Modell, welches am Arm oder an einem Refraktor beim Tauchen genutzt wird, hat im Regelfall keinen direkten Kontakt zur Haut des Tauchers und unterliegt daher einem mittleren Risiko. Ebenso wie die Computer reicht es daher nicht, sie abtropfen zu lassen, sondern es muss im Anschluss desinfiziert werden.

g) Manometer / Tiefenmesser

Manometer und Tiefenmesser haben im Regelfall keinen direkten Kontakt zur Haut des Tauchers und unterliegen somit einem geringen Risiko. Wie bereits bei Computern und Kompasse reicht es daher nicht, sie nach dem Tauchgang abtropfen zu lassen, sondern es muss im Anschluss desinfiziert werden.

h) Jacket

Das Risiko für das Jacket ist abhängig davon, wie warm das Wasser ist. Bei Tauchgängen im Schwimmbad und Tauchen um den Äquator herum erfordert im Regelfall nicht zwangsläufig einen Neoprenanzug, so dass hier dann durchaus ein direkter Kontakt zur Haut des Tauchers und entsprechend ein mittleres Risiko besteht. Nach dem Spülen mit klarem Wasser ist also der Innenbereich des Jacketts zu desinfizieren.

i) Masken

Masken liegen grundsätzlich direkt auf der Haut des Tauchers auf und unterliegen einem mittleren Risiko. Hier muss neben dem Spülen im klaren Wasser auch desinfiziert werden – zusätzlich muss speziell darauf geachtet werden, dass die Mittel zur Desinfektion hier weder eine schädigende Wirkung auf die Materialien noch bei anschließender Wiederverwendung eine schädigende Wirkung auf die Haut im Gesicht bzw. auf die Augen haben.

j) Neopren

Alle verwendeten Ausrüstungsteile aus Neopren – Anzug, Füßlinge, Handschuhe und Kopfhaube – haben – ausgenommen der Trockentauchanzug mit den dazugehörigen Füßlingen – haben einen direkten und sehr großflächigen Kontakt zur Haut des Tauchers und unterliegen somit einem mittleren bis hohem Risiko. Es ist darauf zu achten, dass die zur Desinfektion verwendeten Mittel weder eine schädigende Wirkung für das Material noch bei anschließender Wiederverwendung auf die Haut haben.

06 – Zusatzausrüstung

Ausrüstungsteile, die unter diese Rubrik fallen, sind z. B. Bojen oder ähnliches und haben im Regelfall keinen direkten Kontakt zur Haut des Tauchers und unterliegen daher einem geringen Risiko. Es reicht somit, diese Ausrüstung ihn klarem Wasser abzuspülen.

07 – Transportkisten

Die Transportkisten haben ein mittleres bis hohes Risiko, je nachdem, ob sie auch außerhalb des Transportes noch unter die tropfnasse Ausrüstung gestellt werden und sollten daher mindestens einmal wöchentlich desinfiziert werden.

08 – Abfällepage6image63846080page6image63846272page6image63846464page6image63846656page6image63846848page6image63847040

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Da der Taucher an sich bereits umweltbewusst denken sollte, bezieht sich das selbstverständlich auch auf den Umgang mit Abfällen, die im Zusammenhang mit der Desinfektion anfallen. Hier muss sichergestellt sein, dass die anfallenden Abfälle sachgerecht (Mülltrennung) entsorgt werden.

09 – Büro-, Schulungs- und Lagerflächen

Die Reinigung und Desinfektion von allen Flächen der Tauchbasis, des Tauchvereins oder der Hilfsorganisation müssen fester Bestandteil der Hygienemaßnahmen sein und mindestens einmal täglich erfolgen. Hierzu erfolgt die Verwendung von frischen Tüchern / Schwämmen, die danach wieder gewaschen werden.

10 – Kompressorraum

Der Kompressorraum darf grundsätzlich nur von besonders unterwiesenen Beschäftigten betreten werden. Dies sind im Einzelnen lediglich der an dem Tag verantwortliche Tauchlehrer bzw. auf dessen Weisung ein Assistent.

11 – Persönliche Schutzausrüstung

Es wird den Beschäftigten empfohlen, langärmlige Kleidung zu tragen, um eine Infektionsgefahr auf ein Minimum zu reduzieren. Darüber hinaus muss jeder Beschäftigte während der Desinfektion Einmalhandschuhe verwenden.

12 – Personalhygiene

12.1 –

Allgemeine Anforderungen zur Personalhygiene

Für alle Mitarbeiter der Basis gilt generell:

  • Die aktuellen gesetzlichen Vorgaben sowie Hygieneempfehlungen sind ausnahmslos eigenverantwortlich umzusetzen.
  • Mitarbeiter, die Krankheitserreger ausscheiden, müssen umgehend die Basisleitung informieren und geplante Veranstaltungen absagen bzw. die Veranstaltungsleitung an andere, gesunde Mitarbeiter weitergeben.
  • Jeder Mitarbeiter ist eigenverantwortlich dafür verantwortlich, dass sowohl seine persönliche (Schutz-)Ausrüstung als auch die Ausrüstung der Schüler entsprechend der Vorgaben nach diesem Hygieneplan bzw. gesetzlichen Vorgaben desinfiziert sind.

12.2 – Händehygiene

Jeder Mitarbeiter ist angehalten, sich bei jedem Personaleinsatz an der Basis die Hände angemessen zu desinfizieren. Hierzu stehen auf der Toilette Handwaschbecken mit Seifenspendern und Einmalhandtüchern und an der Basis Desinfektionsmittelspender zur Verfügung. Die Basisleitung trägt dafür Sorge, dass stets ausreichend Desinfektionsmittel vorhanden ist.

12.2.2 – Händewaschen
Indikationen:
• Generell bei Arbeitsbeginn und Arbeitsende.

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  • Regelmäßig während Veranstaltungen, die außerhalb des Wassers stattfinden (beispielsweise Darstellung von Funktionsweisen einzelner Ausrüstungsteile im Zusammenhang mit theoretischem Unterricht).
  • Bei Verschmutzung der Hände.Durchführung:
  • Hände unter Verwendung von Waschlotion waschen (keine Stückseife verwenden).
  • Mit Einmalhandtuch abtrocknen.12.2.3 – Waschen kontaminierter Hände
    Indikationen:
    Bei Verschmutzungen der Hände mit potenziell kontaminierten Materialien (Sekrete, Exkrete, etc.).Durchführung:Wenn möglich: Entfernung grober Verschmutzungen sofort an Ort und Stelle mittels Händesdesinfektionsmittel-getränktem Einmalhandtuch, Zellstoff etc. – anschließend Händedesinfektion durchführen, dann Händewaschung.Anderenfalls: Nächstgelegenes Handwaschbecken nutzen – Hände mit Waschlotion waschen (keine Stückseife), gründlich abtrocknen und danach desinfizieren – anschließend Waschbecken nach Vorgaben des Reinigungs- und Desinfektionsplanes wischdesinfizieren; Lösung abtrocknen lassen, nicht Nachwischen.12.2.4 – Hygienische Händedesinfektion
    Indikationsgruppe Grund Maßnahmen

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VOR KundenkontaktUm den Kunden vor einer Übertragung von Erregern, welche die Hand des Mitarbeiters temporär besiedeln, zu schützenVOR direktem Kundenkontakt, im Sinne eines direkten Köperkontaktes
NACH Kontakt mit potenziell infektiösen MaterialienSchutz des Personals und der erweiterten Basisumgebung vor potenziell krankmachenden Erregern, Schutz nachfolgender KundenNACH Kontakt mit Körperflüssigkeiten und Exkreten, Schleimhäuten, nicht intakter Haut oder Wundverbänden
NACH KundenkontaktSchutz des Personals und der erweiterten Basisumgebung vor potenziellen Erregern, Schutz nachfolgender KundenNACH direktem Kundenkontakt, im Sinne eines direkten Körperkontaktes
NACH Kontakt mit Oberflächen in unmittelbarer Umgebung der BasisSchutz des Personalsund der erweiterten Basisumgebung vor potenziellen Erregern, Schutz nachfolgender KundenNACH Kontakt mit Oberflächen und Ausrüstungsgegenständenin unmittelbarer Basisumgebung

Durchführung:

  • Hohlhand mit Desinfektionsmittel füllen
  • Desinfektionsmittel über die trockenen Hände (Innen- und Außenflächen einschließlichHandgelenk) 30 Sekunden lang verteilen und gründlich einreiben. Wichtig ist unter anderem © Gaul STE Seite 8

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der Einbezug der Fingerkuppen, der Fingerzwischenräume, des Daumenbereiches, des

Handrückens und der Nagelfalze.
• Wenn möglich sollte von Desinfektionsmittelspendern Gebrauch gemacht werden.

Anderenfalls sind Kittelflaschen zu verwenden.

Besondere Beachtungspunkte:

Benutzer von Kittelflaschen haben selbst darauf zu achten, dass die Flaschen sauber sind und die Beschriftung lesbar ist. Leere Kittelflaschen werden verworfen und dürfen nicht wiedergefüllt werden.

Im Infektionsfall kommen unter Umständen andere Händedesinfektionsmittel und Einwirkzeiten zur Anwendung.

12.2.5 – Handpflege

Zum Erhalt der Haut und zur Pflege der Hände wird jedem Mitarbeiter empfohlen, regelmäßig eine Handcreme zu nutzen. Jeder Mitarbeiter ist eigenverantwortlich, dass eine entsprechende Handcreme zur Verfügung steht.

Bitte beachten:

  • Handcremes können sich bakteriell besiedeln, daher sind keine Dosen zu verwenden. Tuben müssen von jedem Benutzer sauber gehalten werden.
  • Das Einkremen der Hände soll nicht unmittelbar vor oder nach einer Händedesinfektion erfolgen.13.1.1 – UnterrichtsablaufEs sind die im jeweiligen Bundesland geltenden Hygieneregeln zu beachten – jeder Tauchschüler / Taucher ist eigenständig verpflichtet, sich über die jeweils geltenden Regeln zu informieren und diese einzuhalten bzw. Umzusetzen.- Ankommen an der Basis / Tauchplatz
  • –  Begrüßung unter Einhaltung der Abstandsregeln / Erläuterungen der Hygieneregelnauf der Basis / am Tauchplatz
    – Persönliche Ausrüstung der Schüler / Taucher, die Ausrüstung leihen —> bei geliehenemNeopren sind verpflichtend lange Unterwäsche und Socken zu tragen, um möglichst jedendirekten Hautkontakt zu verhindern
  • –  Gerade unter dem aktuellen Pandemiegeschehen ist das Betreten der Räumlichkeiten nur inAbsprache mit dem Personal möglich
  • –  Ausgabe der Ausrüstung / Einladen ins Auto
  • –  Weg zum Taucheinstieg – keiner trägt für einen anderen – ausgenommen eigener Hausstand(Vater / Kind)
  • –  Ausbildung / Tauchen im Wasser – Abstandsregeln sind unter Beachtung der persönlichenSicherheit bzw. Sicherung der Schüler durch den Tauchlehrer wie an Land einzuhalten
  • –  Übungen wie Wechselatmung sind aufgrund der aktuellen Pandemielage nur zu erklären und

nicht zu simulieren (direkter Kontakt zwischen zwei Personen)

  • –  Ausgenommen ist eine echte Notsituation
  • –  Ausstieg – Weg zur Basis
  • –  Abgabe der Ausrüstung

– Wird nur vom Personal gehändelt – Flaschen am Kompressorraum abgestellt, vom TL eingesprüht, einwirken lassen, füllen und markiert abstellen

– Masken direkt in einen Behälter mit entsprechender Lösung ablegen – wird vom Personal also erst wieder in die Hand genommen, wenn desinfiziert ist.

– NeoprenistvordemAufhängenamendgültigenLagerortdurchTLzudesinfizierenunddann nach dem Einwirken wegzuhängen

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Hygieneplan

Tauchbasis / Tauchverein / Hilfsorganisation:

UNIdiving Bremen Tauchschule

Stand:

1. August 2021

Dieser Hygieneplan wird nach der Vorlage des Musterhygieneplans entsprechend des Hygieneleitfadens im Tauchsport erstellt.

Der vorliegende Plan ist eine Arbeitsanweisung und muss daher zwingend von allen Mitarbeitern befolgt werden.

Der Inhaber der Tauchbasis verpflichtet sich und somit auch alle seine Beschäftigten, den nachfolgenden Hygieneplan – angepasst an die jeweiligen Basisgegebenheiten – und die damit im Zusammenhang stehenden Arbeitsanweisungen für die einzelnen Arbeitsbereiche und Tätigkeiten, Verhaltensregeln und Maßnahmen zur Reinigung und Desinfektion der Ausrüstungsgegenstände für seine Tauchbasis und seine Mitarbeiter festzulegen.

Gegebenenfalls muss dieser Hygieneplan durch weitere Arbeitsanweisungen ergänzt werden. Der Hygieneplan ist bei Bedarf zu aktualisieren. Der Inhaber der Tauchbasis muss den Beschäftigten bei ihrer Einstellung, bei Veränderungen in ihrem Aufgabenbereich und auch bei Einführung neuer Arbeitsverfahren anhand des Hygieneplanes geeignete Anweisungen und Erläuterungen erteilen. Unterweisungen sind bei Bedarf oder mindestens in jährlichen Abständen zu wiederholen und auch zu dokumentierenpage10image63636032

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Händehygiene

WAS WIE WOMIT ANWEISUNGEN
HändeWaschen (Reinigen)Flüssigwaschpräparat aus Direktspender nach Verfügbarkeit• vor Arbeitsbeginn
Desinfizieren (ausreichende Menge, um die Hände während der Einwirkzeit feucht zu haltenHändedesinfektionsmittel aus DirektspenderHautverträgliches Desinfektionsmittel wie beispielsweise Sterilium• bei sichtbarer Verschmutzung
PflegenHandpflegepräparat aus Spende oder Tube nach Verfügbarkeit• nach Arbeitsende

Persönliche Schutzausrüstung

WAS WIE WOMITANWEISUNGEN
Handschuhenach hygienischer Händedesinfektion (siehe Punkt Händehygiene) auf die trockene Haut vor Desinfektions-, Reinigungs- und Entsorgungsarbeitenreinigungsmittelbeständige Handschuheimmer wenn die Hände durch die Verwendung von Desinfektionsmitteln oder anderen Flüssigkeiten in Mitleidenschaft geraten können
Mund-Nasen-Schutz

Das vorhandene Material bzw. die vorhandene Ausrüstung infolge ihrer Nutzung unterliegt unterschiedlichen Risikobewertungen und wird somit in folgende Gruppen eingestuft:

Einstufung nach Risiko Art des Kontakts

Desinfektion der Ausrüstungpage12image53832000

Geringes RisikoKeine direkte Berührung mit Haut
Mittleres RisikoDirekter Kontakt mit Haut
Hohes RisikoDirekter Kontakt mit Schleimhaut

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WAS WIE WOMIT ANWEISU NGENWANN
Atemregler30 Minuten in Lösung einlegenDesinfektionsmittel EW80 des oder vergleichbar zertifiziertnach Herstelleran gabennach jedem Gebrauch
Bleiabwischen mit getränktem TuchEinmal wöchentlich
Flaschenabwischen mit getränktem TuchEinmal wöchentlich
FlossenSchwimmbadflossen30 Minuten in Lösung einlegenGeräteflossenEinsprühen / Einwirken lassennach jedem GebrauchAm Ende des Tauchtags
Computerabwischen mit getränktem TuchEinmal wöchentlich
Kompasseabwischen mit getränktem TuchEinmal wöchentlich
Manometer / Finimneterabwischen mit getränktem TuchEinmal wöchentlich
JacketEinsprühen / Einwirken lassenAm Ende des Tauchtags
Masken30 Minuten in Lösung einlegennach jedem Gebrauch
NeoprenEinsprühen / Einwirken lassenAm Ende des Tauchtags
Zusatzausrüstungabwischen mit getränktem TuchEinmal wöchentlich
TransportkistenEinsprühen / Einwirken lassenAm Ende des Tauchtags
Notfall-Ersatz- Ausrüstung30 Minuten in Lösung einlegennach jedem Gebrauch

Büro- und Lagerflächen sowie Einrichtungsgegenstände

WAS WIE WOMIT ANWEISUNGEN
Oberflächen, die durch Aerosol oder direkten Kontakt mit Händen kontaminiert wurden – z. B. Türklinken, Tische, Marker- Stifte White Boardabwischen mit getränktem TuchFlächendesinfektionsmittel mit kurzer EinwirkzeitEW80 des oder vergleichbar zertifiziertnach Herstellerangaben – einmal täglich bzw. nach Gebrauch
FußbödenFeuchtreinigungReinigungsmittel ohne Zusatz von Desinfektionsmitteleinmal wöchentlich

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